Die Preisträgerinnen: Juta Pranulytè, Manuela Mylonas (Alpinale), Stephanie Gräve

Anachronistische Dokumentgefässe.

PRAEMIVM. VORARLBEGENSIVM I-III 2026

Der „Kunst und Kulturpreis der Vorarlberger Nachrichten und Wiener Städtischen“ wird 2026 zum vierten Mal vergeben. Von der Jury für die Gestaltung beauftragt, fertigt die Bildhauerin und Malerin Amrei Wittwer keramische Objekte, welche die Urkunde im Inneren bergen.

Wittwer reduziert ihre Praemia Vorarlbergensia - Latein für Vorarlberger Auszeichnungen - bewusst auf das Wesentliche: „Es geht darum, die ausgezeichnete Leistung von drei Kunst- und Kulturschaffenden zu würdigen. Antike keramische Gefässe haben bewiesen, dass in ihnen ein Dokument über 4 000 Jahre aufbewahrt werden kann und genau das sollen und können meine anachronistischen Dokumentgefässe leisten.

Wittwer bezieht sich auf archäologische Artefakte wie mesopotamische Fundamentzylinder und altägyptische Payprusgefässe. Die Beschriftung in lateinischen Kapitalis spricht in latinisierter Lehnübersetzung die Sprache der antiken Widmungskultur und nennt den Titel des Preises:

PRAEMIVM • NUNTIORVM • VORARLBERGENSIVM • CVM • VRBANA • VINDOBONENSI MMXXVI

Wittwers zeitwidrige Objekte thematisieren die Materialisierung von Erinnerung. „Durch die Verbindung von vier historischen Bezugsebenen entsteht ein Objekt als Zeichen für die Kontinuität künstlerischen Schaffens und die Weitergabe von Ideen über Generationen hinweg. Es verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so Wittwer. Während das Fundament eines Bauwerkes dessen physische Stabilität gewährleistet, schafft der Kunstpreis symbolische Grundlage für eine langfristige Verankerung von künstlerischer Praxis in Vorarlberg.